Dünne Luft, farbiges Strassenbild, kochende Erde: Bolivien!
Von Iguazú über Salta nach Villazón
Nachdem ich den Iguazú Fällen hasta luego gesagt habe, bin ich wieder mal Bus gefahren: 26 Stunden von Iguazú nach Salta (2x Umsteigen!).
In Salta habe ich mich zwei Tage ausgeruht, bevor in luftige Höhen, in die Grenzstadt La Quiaca gefahren bin (7h Bus). Nach dem überraschend unbürokratischen und raschen Grenzübertritt (nach Villazón) war sofort spürbar, dass ich mich in einem anderen Land befinde. Noch mehr Mikrounternehmer als auf Argentiniens Strassen. Menschen, die wie die Ameisen 50kg schwere Säcke über die Grenze Tragen (Freihandel der besonderen Art). Ein würziger Duft in der Luft :-/. Einfach faszinierend!
Mit dem Zug nach Uyuni
Es soll ja Leute geben, die es auch nach 5 Stunden anstehen nicht geschafft haben, ein Zugsbillet zu ergattern (siehe Manuela's Blog Eintrag vom 3. Januar 2006). Nun, so gesehen hatte ich unbeschreibliches Glück. Habe am Mittag des Tages der Zugfahrt an einem Schalter ohne Leute ein Ticket gekauft. Leider war nur noch die "Luxusversion" erhältlich, was mich ganze 152 Bolivianos gekostet hat (24 Franken). Dass dies ein halbes Vermögen ist, werdet ihr später noch sehen. Am Bhf von Villazón habe ich drei Argentinier aus BsAs sowie zwei Schweizerinnen getroffen und wir haben spontan ein lustiges Reisegrüppchen gebildet. Wofür ich äusserst dankbar war, denn der Zug ist statt 15.30 Uhr erst gegen 21 Uhr losgefahren. Überraschend pünktlich also ;-) Die Fahrt über die alten, klapprigen Gleise war sosolala. Der Zug schraubte sich weiter in die Höhe um 8 Stunden später am Rande der grössten Salzwüste der Erde - in Uyuni - anzukommen. Wir finden ein Zimmer für CHF 3.20 pro Nacht und spannen erstmal aus.
Salar de Uyuni und Lagunas - die Tour
Die nächsten drei Tage sollten wir mehrheitlich in einem Toyota Landcruiser verbringen. Wir buchen eine 3-tägige Tour über den Salar de Uyuni und den Südwesten Boliviens.
Leider sind die 12000m2 des Salar um diese Jahreszeit (Regenzeit bis März) mit ca. 10 cm Wasser bedeckt. Trotzdem befahren wir den Salar bis zum einem der beiden Hotels, die ganz aus Salz gebaut sind. Erste Fotosession der sich im Salzsee spiegelnden Welt.
Am ersten Tag besuchen wir zudem noch den "Friedhof der Züge". Da wurden einfach ein paar alte Zugskompositionen in die Wüste gestellt und werden Wind und Wetter ausgesetzt. Aus diesem Frevel an der Natur machen die Bolivianer auch noch eine Touristenattraktion. Sowas!
Am zweiten Tag fahren wir in die Berge (dabei ist Uyuni schon auf 3700müM!). Die Erde ist reich an Mineralien und Bodenschätzen, was dazu führt, dass die Lanschaft immer wieder die Farbe wechselt. Der Weg zur Laguna Colorada führt vorbei an Vulkanen, Hocheben und kleineren Lagunen beobachten wir unzählige Flamengos. Wir übernachten in einem kleinen Refugio am Rande der Laguna Colorada. Am dritten Tag frühstücken wir bereits um 4.30 Uhr. Es ist bitterkalt. Doch wir machen uns auf, die blubbernde Erde rund um die Geysire auf einer Hochebene auf 4800müM zu besuchen. Und um viertel nach sieben sitzten wir in einer 35 Grad warmen quelle. Que vida! Aufgewärmt fahren wir weiter durch den Desierto de Salvador Dalí an die Laguna Verde. Die Lagune wechselt je nach Wind und Temparatur ihre Farbe. Ein Schauspiel! Wir fahren noch bis San Christóbal und leider am gleichen Tag schon wieder nach Uyuni zurück. Der Tag ist lang und wir zweifeln zwischendurch daran, dass der Chauffeur und Guide durchhält. Wir hätten die 4-Tages Tour buchen sollen! Nach 14 Stunden Landcruiserfahrt kommen wir erschöpft in Uyuni an. Das Trinkgeld für den Chauffeur fällt grosszügig aus. Der arme Kerl arbeitet 7 Tage pro Woche und verdient dabei gerade mal 100 CHF pro Monat! Zum Vergleich: Wir haben für die Tour 6x65USD = 3120Bol bezahlt. Für uns noch immer günstig. Doch welch ein Business für die Betreiber. Wohl deshalb gibt es über 50 Agenturen, welche diese Reise anbieten...
Die Fahrt nach Potosí
Nach einer 7-stündigen Busfahrt a la Bolivia (schüttel, schüttel) kommen wir in der höchstgelegenen Stadt (dieser Grösse) der Welt an: In der ehemaligen Silberstadt Potosí.
Die Stadt war im 17. Jh nach London die zweitgrösste Stadt der Welt (und obendrein eine der Reichsten). Im Berg Cerro Rico werden seit dem 16. Jh Silber und andere Bodenschätze abgebaut. Die Stadt erlebte Hochs und Tiefs, meist einhergehend mit dem Silberpreis am Weltmarkt. Das Zentrum von Potosí ist überhäuft von Kolonialbauten die fast vollständig aus dem 17. und 18. Jahrhundert stammen. Die Bauten, die zu den aufwändigsten und prächtigsten der Welt zählen, sind gut imstande gehalten und sind - neben den Touren durch die Minen - eine der grössten Touristenattraktionen der Stadt.
Aufgrund meiner schweren Erkältung, von der ich mich auf 4100müM nur langsam erholte und aufgrund von früheren Schilderungen (siehe z.B. auf Manuelas Blog) habe ich mich gegen den Besuch der Mine entschieden. Statt dessen war zwei Tage Ausspannen und Stadtbesichtigung angesagt.
Am 8. Februar haben wir uns mit einem weinenden Auge von unseren argentinischen Freunden getrennt. Diese mussten wieder zurück nach BsAs, ihre Brötchen verdienen. Wir drei Swissies sind weiter in die Hauptstadt Boliviens - Sucre gefahren. Mal wieder durchathmen - auf 2700müM
Nachdem ich den Iguazú Fällen hasta luego gesagt habe, bin ich wieder mal Bus gefahren: 26 Stunden von Iguazú nach Salta (2x Umsteigen!).
In Salta habe ich mich zwei Tage ausgeruht, bevor in luftige Höhen, in die Grenzstadt La Quiaca gefahren bin (7h Bus). Nach dem überraschend unbürokratischen und raschen Grenzübertritt (nach Villazón) war sofort spürbar, dass ich mich in einem anderen Land befinde. Noch mehr Mikrounternehmer als auf Argentiniens Strassen. Menschen, die wie die Ameisen 50kg schwere Säcke über die Grenze Tragen (Freihandel der besonderen Art). Ein würziger Duft in der Luft :-/. Einfach faszinierend!
Mit dem Zug nach Uyuni
Es soll ja Leute geben, die es auch nach 5 Stunden anstehen nicht geschafft haben, ein Zugsbillet zu ergattern (siehe Manuela's Blog Eintrag vom 3. Januar 2006). Nun, so gesehen hatte ich unbeschreibliches Glück. Habe am Mittag des Tages der Zugfahrt an einem Schalter ohne Leute ein Ticket gekauft. Leider war nur noch die "Luxusversion" erhältlich, was mich ganze 152 Bolivianos gekostet hat (24 Franken). Dass dies ein halbes Vermögen ist, werdet ihr später noch sehen. Am Bhf von Villazón habe ich drei Argentinier aus BsAs sowie zwei Schweizerinnen getroffen und wir haben spontan ein lustiges Reisegrüppchen gebildet. Wofür ich äusserst dankbar war, denn der Zug ist statt 15.30 Uhr erst gegen 21 Uhr losgefahren. Überraschend pünktlich also ;-) Die Fahrt über die alten, klapprigen Gleise war sosolala. Der Zug schraubte sich weiter in die Höhe um 8 Stunden später am Rande der grössten Salzwüste der Erde - in Uyuni - anzukommen. Wir finden ein Zimmer für CHF 3.20 pro Nacht und spannen erstmal aus.
Salar de Uyuni und Lagunas - die Tour
Die nächsten drei Tage sollten wir mehrheitlich in einem Toyota Landcruiser verbringen. Wir buchen eine 3-tägige Tour über den Salar de Uyuni und den Südwesten Boliviens.
Leider sind die 12000m2 des Salar um diese Jahreszeit (Regenzeit bis März) mit ca. 10 cm Wasser bedeckt. Trotzdem befahren wir den Salar bis zum einem der beiden Hotels, die ganz aus Salz gebaut sind. Erste Fotosession der sich im Salzsee spiegelnden Welt.
Am ersten Tag besuchen wir zudem noch den "Friedhof der Züge". Da wurden einfach ein paar alte Zugskompositionen in die Wüste gestellt und werden Wind und Wetter ausgesetzt. Aus diesem Frevel an der Natur machen die Bolivianer auch noch eine Touristenattraktion. Sowas!
Am zweiten Tag fahren wir in die Berge (dabei ist Uyuni schon auf 3700müM!). Die Erde ist reich an Mineralien und Bodenschätzen, was dazu führt, dass die Lanschaft immer wieder die Farbe wechselt. Der Weg zur Laguna Colorada führt vorbei an Vulkanen, Hocheben und kleineren Lagunen beobachten wir unzählige Flamengos. Wir übernachten in einem kleinen Refugio am Rande der Laguna Colorada. Am dritten Tag frühstücken wir bereits um 4.30 Uhr. Es ist bitterkalt. Doch wir machen uns auf, die blubbernde Erde rund um die Geysire auf einer Hochebene auf 4800müM zu besuchen. Und um viertel nach sieben sitzten wir in einer 35 Grad warmen quelle. Que vida! Aufgewärmt fahren wir weiter durch den Desierto de Salvador Dalí an die Laguna Verde. Die Lagune wechselt je nach Wind und Temparatur ihre Farbe. Ein Schauspiel! Wir fahren noch bis San Christóbal und leider am gleichen Tag schon wieder nach Uyuni zurück. Der Tag ist lang und wir zweifeln zwischendurch daran, dass der Chauffeur und Guide durchhält. Wir hätten die 4-Tages Tour buchen sollen! Nach 14 Stunden Landcruiserfahrt kommen wir erschöpft in Uyuni an. Das Trinkgeld für den Chauffeur fällt grosszügig aus. Der arme Kerl arbeitet 7 Tage pro Woche und verdient dabei gerade mal 100 CHF pro Monat! Zum Vergleich: Wir haben für die Tour 6x65USD = 3120Bol bezahlt. Für uns noch immer günstig. Doch welch ein Business für die Betreiber. Wohl deshalb gibt es über 50 Agenturen, welche diese Reise anbieten...
Die Fahrt nach Potosí
Nach einer 7-stündigen Busfahrt a la Bolivia (schüttel, schüttel) kommen wir in der höchstgelegenen Stadt (dieser Grösse) der Welt an: In der ehemaligen Silberstadt Potosí.
Die Stadt war im 17. Jh nach London die zweitgrösste Stadt der Welt (und obendrein eine der Reichsten). Im Berg Cerro Rico werden seit dem 16. Jh Silber und andere Bodenschätze abgebaut. Die Stadt erlebte Hochs und Tiefs, meist einhergehend mit dem Silberpreis am Weltmarkt. Das Zentrum von Potosí ist überhäuft von Kolonialbauten die fast vollständig aus dem 17. und 18. Jahrhundert stammen. Die Bauten, die zu den aufwändigsten und prächtigsten der Welt zählen, sind gut imstande gehalten und sind - neben den Touren durch die Minen - eine der grössten Touristenattraktionen der Stadt.
Aufgrund meiner schweren Erkältung, von der ich mich auf 4100müM nur langsam erholte und aufgrund von früheren Schilderungen (siehe z.B. auf Manuelas Blog) habe ich mich gegen den Besuch der Mine entschieden. Statt dessen war zwei Tage Ausspannen und Stadtbesichtigung angesagt.
Am 8. Februar haben wir uns mit einem weinenden Auge von unseren argentinischen Freunden getrennt. Diese mussten wieder zurück nach BsAs, ihre Brötchen verdienen. Wir drei Swissies sind weiter in die Hauptstadt Boliviens - Sucre gefahren. Mal wieder durchathmen - auf 2700müM

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