Auf dem Inka Trail nach Machu Picchu
Inca Trail Tag 1, Cusco - Huayllabamba
Wie von der Agentur angekündigt, stand ich am Freitag 9. März um 06.30 Uhr mit gepacktem Rucksack auf der Matte vor meinem Hostal. Und ich wartete; und wartete. Eine geschlagene Stunde später wurde ich dann tatsächlich abgeholt. Peruanisch pünktlich. Wer dachte, es gehe jetzt los, hat sich getäuscht. Mit dem voll besetzten Bus gings erst noch zum Depot, um das Campingmaterial und die Porter aufzuladen (meine Güte, macht man das nicht bevor man die Touris einsammelt???). Ca. 10 km vor unserem Ausgangspunkt war die Strasse unpassierbar (Erdrutsch). Unsere Guias und Porter haben den Strassenarbeitern unter die Arme gegriffen und innert 30 Minuten war die Strasse geräumt. Auf gings zu Km 82 und von dort zu Fuss auf den Camino Inca. Wwei Stunden lang durch den Urubamba Canyon und anschliessend den Berg hoch nach Huayllabamba, unserem ersten Nachtlager. Die Porter waren schon vor uns dort, haben die Zelte aufgestellt und uns The und Snacks zubereitet.
Inca Trail Tag 2, Huayllabamba – Pacaymayo
Morgens um 6 werden wir mit Cocathe von den Portern geweckt. Das erste Fühstück besteht aus Fruchtsalat, Toasts und Pancakes: einfach unglaublich! Tag zwei ist der strengste Tag des Trail. Wir steigen die unzähligen (tausende!) von Treppen des Llullucha Tal hoch - bis Warmiwañusca (4215müM). Hier sind wir bereits hundemüde. Die Porter, beladen mit Säcken bis zu 25kg (plus eigenes Gepäck), rennen förmlich den Berg hoch. Die Passhöhe eröffnet einen wunderbaren Blick über das Huayanay Massiv. Wir steigen die Treppen hinunter ins Pacaymayo Tal, wo unsere Zelte und der The für uns bereitstehen.
Inca Trail Tag 3, Pacaymayo – Wiñay Wayna
Weiter geht's über den zweiten Pass (wieder Treppen!), vorbei an den Inkaruinen Runkuracay und Sayacmarca ins Aobamba Tal. Der Camino führt weiter durch Wälder und Hügel zum dritten Pass des Trails und einer weiteren Inkaruine, Phuyupatamarca (Stadt in den Wolken). Von nun an geht's kräftig in die Knie: nochmals etwa 2 Stunden Abstieg über die steilen Inkatreppen zu den Ruinen von Wiñay Wayna. Dies ist das letzte Nachtlager. Erschöpft gönnen wir uns ein Bier und klopfen einen Jass :-)
Inca Trail Tag 4, Wiñay Wayna - Machu Picchu - Aguas Calientes
Ich kann mich nicht erinnern, wann ich zuletzt morgens um 5 Uhr für irgendetwas anstehen musste. Die Tore des letzten Checkpoint öffnen um 5.30 Uhr. Eine halbe Stunde vorher stehen die Gruppen bereits vor dem Gate (Tagwache war um 4 Uhr!). Trotz Müdigkeit und Muskelschmerzen von den vielen Treppen rennen wir förmlich dem Ziel entgegen. Auf der letzten Höhe angekommen, eröffnet sich uns der Blick von oben auf Machu Picchu - geschafft! Wir nehmen die letzten Kilometer Abstieg unter die Füsse und kommen zufrieden aber fix und fertig auf Machu Picchu an. Richard, unser Guide (ebenfalls ziemlich groggy), musste bei der anschliessenden 2-stündigen Führung durch die Inkastadt um unsere Aufmerksamkeit kämpfen. Im Anschluss gings hinunter ins Dorf "Aguas Calientes". Ich war zu stolz in den (6usd teuren) Bus zu steigen und habe die letzten 5/4 Stunden auch noch unter die Füsse genommen - 1 Stunde davon Abstieg über Treppen :-(
Ich bleibe noch eine Nacht in Aguas Calientes und gönne mir am Folgetag zwei Stunden in den heissen Quellen von Aguas Calientes. Die Anlage ist zwar nicht so toll und das Wasser riecht beissend nach Schwefel. Aber die Temparatur des Wassers ist eine Wohltat für die strapazierten Muskeln und Bänder.
Treffe in Cusco nochmals Eva und Evi, die seit Anfang Februar Abschnittsweise die gleiche Reiseroute hatten. Wir gönnen uns ein Fondue Bourguignonne und ein flambiertes Crêpe im "A la petite France", mhhh. Die beiden beginnen jetzt ihr 3-monatiges Praktikum an einer Schule mit behinderten Kindern in Cusco. Viel Erfolg dabei, ihr beiden!
Ich sage dem Altiplano und damit den kalten Nächten definitiv Tschüss. Ich steigen ins Flugzeug nach Lima. Ist zwar viermal so teuer wie der Bus. Aber nach all den Busfahrten in Bolivien und Peru könne ich mir den Luxus. 1 Stunde Flug statt 16 Stunden Bus. Welch eine Freude! Sommer, Sonne und Strand: ich komme!

<< Home