Verraten, verkauft, vergessen: Die Strassenkinder von Lima
Ich weiss gar nicht, wo und wie ich anfangen soll, euch von diesem Elend zu berichten.Bin derzeit in Lima und darf Gast sein bei einer Bekannten der Familie meiner Liebsten. Vreni Müllhaupt arbeitet seit 14 Jahren als Missionarin der Schweizerischen Missions-Gemeinschaft in Lima auf der Strasse. Seit 5 Jahren unterstützt sie das Centro Shama, ein Zufluchtshaus für Strassenjungs in Lima.
Warum landet ein Kind auf der Strasse?
Familien ziehen in die Stadt in der Hoffnung auf ein besseres Leben und mehr Wohlstand. Weil sie Nichts haben, landen sie (wenns gut kommt) in einer Blech- oder Strohhütte einer Stadtrandsiedlung, einem sog. Pueblo Joven. Weil die Eltern keine Arbeit finden oder ihr Verdienst zum Unterhalt der Familie nicht ausreicht, müssen die Kinder zum Unterhalt der Familie beitragen. Nicht selten sind es nur die Kinder, die den ganzen Familienunterhalt verdienen müssen, während die Eltern den Drogen oder dem Alkohol verfallen. Wer abends nicht das geforderte Soll nach Hause bringt, wird verprügelt und misshandelt. Einige Kinder werden von den Familienangehörigen Misshandelt und Missbraucht oder für schwere Arbeiten als Taglöhner verkauft. Sie werden weder geliebt noch geachtet. Wer würde unter diesen Umständen nicht die Strasse vorziehen und der Familie für immer den Rücken kehren? Wer würde sich unter diesen Umständen nicht in sein Schneckenhaus zurückziehen und allen misstrauen, die einem über den Weg laufen?
Die Arbeit des Centro Shama
1) Nächtliche Einsätze auf der Strasse
Die Mitarbeiter und Volunträre des Centro gehen mehrmals pro Woche Nachts auf die Strasse. Die Kinder und Obdachlosen kennen die Shama-Leute bereits und begrüssen und umarmen sie freudestrahlend. Ich war Mittwoch und Donnerstag Nacht bei diesen Strasseneinsätzen dabei. Schon die Taxifahrt in diese Gegenden verursachte Magenkrämpfe. Der Taxifahrer hat dann auch noch ausdrücklich davor gewarnt, dort auszusteigen...
Shama geht auf die Strasse, um mit den Strassenkindern und den Obdachlosen zu singen und zu beten. Sie bringen warme Milch (Schokomilch mit Zucker, Zimt und Hafer) und Brot (pro Einsatz 40lt Milch und 200 Brötchen). Das Eindrücklichste für mich war, dass ich wie ein alter Bekannter begrüsst wurde und das die Kinder einem trotz den widrigen Umständen ein lächeln schenken und fröhlich sind. Dies ist insbesonder hoch zu werten, als die Kinder - bedingt durch ihre Vergangenheit und schlechte Erfahrungen - nur denen Berührung und Liebe schenken, denen sie vertrauen. Sie vertrauen den Streetworkern des Shama.
2) Zufluchtshaus für Strassenjungs
Im Zufluchtshaus des Centro Shama haben bisher 21 Jungs ein neues Zuhause und eine "Ersatzfamilie" gefunden. Sie gewöhnen sich wieder an einen strukturierten Alltag. Sie gehen zur Schule und müssen im Haus ihre Aufgaben erfüllen (Arbeitsplan): Küchendienst, Gartenarbeit, Tiere füttern etc. Das Centro versucht für jeden Jungen eine individuelle Lösung zu suchen. Besonders im schulischen Bereich ist dies eine Herausforderung, weil den Kindern oft etliche Schuljahre fehlen. Betreute Hausaufgaben und extrastunden sind fix auf dem Tagesplan. Obschon die Mittel wirtschaftlich eingesetzt wird und das Centro gut geführt ist, fehlt es an allen Ecken und Enden an Geld. Das Centro hätte Platz für weitere 25 Jungs, jedoch fehlt das Geld für weiteres Personal und den Unterhalt des Centro. Auf die Köchin musste verzichtet werden, weil ihr Lohn nicht mehr bezahlt werden konnte und die Wasserpumpe (durch Leitungsbruch defekt) wurde auch erst in letzter Minute ersetzt (nach einem halben Jahr).
Ich will den Strassenkindern und dem Centro Shama Helfen. Was kann ich tun?
Zuerst möchte ich nochmals erwähnen, dass die Mittel hier mit Bedacht eingesetzt werden. So wurde zum Beispiel bewusst auf die Installation von Warmwasserduschen im Centro Shama verzichtet: Die Kinder werden meist ihr Lehen lang der untersten sozialen Schicht angehören und auch später kalt duschen müssen. Gas- oder elektrische Durchlauferhitzer für die Duschen würden den Energie- und Wasserverbrauch und somit die Kosten nur unnötig in die Höhe treiben.
Spenden ans Centro Shama
Spenden auf ein Konto in der Schweiz: Schweizerische Missionsgemeinschaft (SMG), Züricherstr.106, CH-8700 Küsnacht PC 80-42881-3 (Vermerk: V. Müllhaupt, Centro Shama)
Diese Spenden kommen vollumfänglich dem Centro Shama zu!
Patenschaft, monatlicher Beitrag
Wer regelmässig unterstützen will hat die Möglichkeit, als Pate oder Patin einen Jungen vom Zufluchtshaus des Centro Shama zu unterstützen.
- Kosten für Essen, Erziehung (Schule), Gesundheit, Freizeit und Anteil für Unterhalt Centro Shama 100.00 US Dollar für ein Monat.
- Für Erziehung, Essen, Gesundheit, Freizeit 50.00 US Dollar für ein Monat.
- Für Essen (Frühstück, Mittag und Abendessen) 30.00 US Dollar für ein Monat.
Interessenten wenden sich an mich. Ich werde eure Mail an Vreni weiterleiten.
Selbstverständlich werden alle Spenden verdankt (inkl. Spendennachweis zu Steuerzwecken).
Weitere Infos und Bilder findet ihr unter http://www.centroshama.org.pe/ in Deutsch, Englisch und Spanisch. Weiterleiten und Weitersagen erlaubt!

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