maik on tour

Süd- und Mittelamerika, 18. Oktober 2005 - 01. Mai 2006

Dienstag, April 04, 2006

The Parasites of the Caribbean

Spätestens seit dem berühmten Deppenfilm müssten wir's eigentlich wissen: Die Karibik ist gefährlich... Doch erstmal der Reihe nach.
Von Lima aus bin ich direkt nach Cartagena, Nordkolumbien geflogen. Cartagena ist eine Kolonialstadt an der Karibikküste mit einer wunderschönen Altstadt. Aber der Grund hierherzukommen war ein anderer: Von hier aus gibt es regelmässig Segelgelegenheiten zu den San Blas Inseln, Panama. Am 2. Tag wurde ich auch schon fündig. Im Club Nautico von Cartagena bin ich auf Stephane und Béatrice aus Frankreich gestossen, die mit ihrem kleinen Segelboot seit 2 Jahren die Karibik durchkreuzen. Zu uns gesellten sich ein Sardinier, ein Argentinier und ein Kanadier. Bunte Truppe und die Vorfreude war gross.
Doch hier beginnt die Leidensgeschichte. Am Tag der Abreise wache ich mit Darmproblemen auf. Erst dachte ich: "naja, mal wieder was schlechtes gegessen. Geht wieder weg". Nach den ersten paar Stunden auf offenem Meer meldete sich dann auch noch der Magen (die Pille gegen Seekrankheit ist wegen den Darmproblemen quasi wirkungslos "durchgefallen"). Den hatte ich bald wieder im Griff doch der Darm wollte sich einfach nicht beruhigen. Und dies blieb die nächsten 6(!) Tage so. Während die Anderen Schnorchelten und die Karibik genossen (mit all ihren Früchten von Baum und Meer), bin ich völlig geschwächt rumgehangen, habe mich teilweise vor Schmerzen gekrümmt und konnte nichts tun. Immodium hat auch versagt und ich hatte regelrecht Angst zu dehydrieren. Am Tag 6 kam die erlösende Insel "Porvenir". Von hier aus gibt es Flüge mit Air Panama direkt nach Panama City. Habe dann am Folgetag um 6 Uhr den Morgenflug genommen (ziemlich abendteuerlich der Flug!) und bin direkt zum Arzt. Nach dem Laboruntersuch lautetet die Diagnose "Darmentzündung". Die Medkation hat nach 3 Tagen gegriffen und mein Wasserhaushalt ist wieder ok. Bis ich wieder Burger mit Fritten essen kann wird's wohl noch einige Wochen dauern...

Panama City
Panama City wäre wohl eine unbedeutende Stadt in Mittelamerika, wäre da nicht ihre geografisch vorteilhafte Lage. Der Panama Kanal ist Dreh- und Angelpunkt der Weltlogistik und mit der weiteren Zunahme der Bedeutung Chinas als "Fabrik der Welt" wird auch der Kanal und damit die Stadt selbst weiter an Bedeutung gewinnen. Im Miraflores Visitor Center kann sich der Besucher die Aktivitäten in den Schleusen ansehen und sich auf 4 Stockwerken über die Geschichte und die Bedeutung des Kanals informieren. Zudem verkauft sich Panama hervorragend. Das Real Estate Geschäft boomt und die Bankendichte ist (vermutlich) höher als in Zürich oder Genf. Offshore Banking (böse Zungen behaupten die Kolumbianer seien die besten Kunden...), Investment und internationaler Warenhandel. Panama boomt und genau dies ist in der Stadt zu spüren. Hier gibt's auch alles zu kaufen und dies zu vergleichsweise günstigen Preisen (vor allem Elektronik und billige Kleider - iPod Nano usd150.-). Dicke SUVs kreuzen durch die Strassen und vor dem "Snob Plaza" - heisst wirklich so, ist eine Luxus Shopping Mall - parken BMW 7er Limousinen. Zahlreiche Expats treffen sich in ihren Clubs und lesen Expat Medien in Englisch (z.B. www.panama-guide.com). Es herrscht Goldgräberstimmung.

Natürlich gibt es auch das andere Panama. Auch hier gibt es heruntergekommene Vorstädte und Leute die von ihren Karibikinseln weg sind um in der Stadt Wohlstand zu suchen. Auch hier gibt es die Mikrounternehmer, die auf der Strasse einzelne Zigaretten und Bonbons verkaufen. Und auch hier gibt es Bettler und Taschendiebe. Einfach nicht so offensichtlich wie in anderen Städten. Und obschon die Polizeipräsenz tiefer ist als in anderen Städten gilt Panama als sicheres Land für den Tourismus (gem. diversen Ratings).

Gerne hätte ich mehr von Panama gesehen und gerne wäre ich aus der Stadt raus um an der Pazifikküste Schnorcheln oder Sufen zu gehen. Es war jedoch wichtiger, mich richtig von meiner Infektion zu erholen um die nächste und zweitletzte Station meiner Reise - CUBA - gesund in Angriff nehmen zu können.
Morgen 5. April geht mein Flug nach Havanna. Am 6. kommt meine Liebste in Havanna an und wir werden zusammen 12 Tage lang die Insel bereisen und die Strände geniessen.