maik on tour

Süd- und Mittelamerika, 18. Oktober 2005 - 01. Mai 2006

Sonntag, März 19, 2006

Verraten, verkauft, vergessen: Die Strassenkinder von Lima

Ich weiss gar nicht, wo und wie ich anfangen soll, euch von diesem Elend zu berichten.
Bin derzeit in Lima und darf Gast sein bei einer Bekannten der Familie meiner Liebsten. Vreni Müllhaupt arbeitet seit 14 Jahren als Missionarin der Schweizerischen Missions-Gemeinschaft in Lima auf der Strasse. Seit 5 Jahren unterstützt sie das Centro Shama, ein Zufluchtshaus für Strassenjungs in Lima.

Warum landet ein Kind auf der Strasse?
Familien ziehen in die Stadt in der Hoffnung auf ein besseres Leben und mehr Wohlstand. Weil sie Nichts haben, landen sie (wenns gut kommt) in einer Blech- oder Strohhütte einer Stadtrandsiedlung, einem sog. Pueblo Joven. Weil die Eltern keine Arbeit finden oder ihr Verdienst zum Unterhalt der Familie nicht ausreicht, müssen die Kinder zum Unterhalt der Familie beitragen. Nicht selten sind es nur die Kinder, die den ganzen Familienunterhalt verdienen müssen, während die Eltern den Drogen oder dem Alkohol verfallen. Wer abends nicht das geforderte Soll nach Hause bringt, wird verprügelt und misshandelt. Einige Kinder werden von den Familienangehörigen Misshandelt und Missbraucht oder für schwere Arbeiten als Taglöhner verkauft. Sie werden weder geliebt noch geachtet. Wer würde unter diesen Umständen nicht die Strasse vorziehen und der Familie für immer den Rücken kehren? Wer würde sich unter diesen Umständen nicht in sein Schneckenhaus zurückziehen und allen misstrauen, die einem über den Weg laufen?

Die Arbeit des Centro Shama
1) Nächtliche Einsätze auf der Strasse
Die Mitarbeiter und Volunträre des Centro gehen mehrmals pro Woche Nachts auf die Strasse. Die Kinder und Obdachlosen kennen die Shama-Leute bereits und begrüssen und umarmen sie freudestrahlend. Ich war Mittwoch und Donnerstag Nacht bei diesen Strasseneinsätzen dabei. Schon die Taxifahrt in diese Gegenden verursachte Magenkrämpfe. Der Taxifahrer hat dann auch noch ausdrücklich davor gewarnt, dort auszusteigen...
Shama geht auf die Strasse, um mit den Strassenkindern und den Obdachlosen zu singen und zu beten. Sie bringen warme Milch (Schokomilch mit Zucker, Zimt und Hafer) und Brot (pro Einsatz 40lt Milch und 200 Brötchen). Das Eindrücklichste für mich war, dass ich wie ein alter Bekannter begrüsst wurde und das die Kinder einem trotz den widrigen Umständen ein lächeln schenken und fröhlich sind. Dies ist insbesonder hoch zu werten, als die Kinder - bedingt durch ihre Vergangenheit und schlechte Erfahrungen - nur denen Berührung und Liebe schenken, denen sie vertrauen. Sie vertrauen den Streetworkern des Shama.

2) Zufluchtshaus für Strassenjungs
Im Zufluchtshaus des Centro Shama haben bisher 21 Jungs ein neues Zuhause und eine "Ersatzfamilie" gefunden. Sie gewöhnen sich wieder an einen strukturierten Alltag. Sie gehen zur Schule und müssen im Haus ihre Aufgaben erfüllen (Arbeitsplan): Küchendienst, Gartenarbeit, Tiere füttern etc. Das Centro versucht für jeden Jungen eine individuelle Lösung zu suchen. Besonders im schulischen Bereich ist dies eine Herausforderung, weil den Kindern oft etliche Schuljahre fehlen. Betreute Hausaufgaben und extrastunden sind fix auf dem Tagesplan. Obschon die Mittel wirtschaftlich eingesetzt wird und das Centro gut geführt ist, fehlt es an allen Ecken und Enden an Geld. Das Centro hätte Platz für weitere 25 Jungs, jedoch fehlt das Geld für weiteres Personal und den Unterhalt des Centro. Auf die Köchin musste verzichtet werden, weil ihr Lohn nicht mehr bezahlt werden konnte und die Wasserpumpe (durch Leitungsbruch defekt) wurde auch erst in letzter Minute ersetzt (nach einem halben Jahr).

Ich will den Strassenkindern und dem Centro Shama Helfen. Was kann ich tun?
Zuerst möchte ich nochmals erwähnen, dass die Mittel hier mit Bedacht eingesetzt werden. So wurde zum Beispiel bewusst auf die Installation von Warmwasserduschen im Centro Shama verzichtet: Die Kinder werden meist ihr Lehen lang der untersten sozialen Schicht angehören und auch später kalt duschen müssen. Gas- oder elektrische Durchlauferhitzer für die Duschen würden den Energie- und Wasserverbrauch und somit die Kosten nur unnötig in die Höhe treiben.

Spenden ans Centro Shama
Spenden auf ein Konto in der Schweiz: Schweizerische Missionsgemeinschaft (SMG), Züricherstr.106, CH-8700 Küsnacht PC 80-42881-3 (Vermerk: V. Müllhaupt, Centro Shama)
Diese Spenden kommen vollumfänglich dem Centro Shama zu!

Patenschaft, monatlicher Beitrag
Wer regelmässig unterstützen will hat die Möglichkeit, als Pate oder Patin einen Jungen vom Zufluchtshaus des Centro Shama zu unterstützen.
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Kosten für Essen, Erziehung (Schule), Gesundheit, Freizeit und Anteil für Unterhalt Centro Shama 100.00 US Dollar für ein Monat.
- F
ür Erziehung, Essen, Gesundheit, Freizeit 50.00 US Dollar für ein Monat.
- Für Essen (Frühstück, Mittag und Abendessen) 30.00 US Dollar für ein Monat.
Interessenten wenden sich an mich. Ich werde eure Mail an Vreni weiterleiten.

Selbstverständlich werden alle Spenden verdankt (inkl. Spendennachweis zu Steuerzwecken).

Weitere Infos und Bilder findet ihr unter http://www.centroshama.org.pe/ in Deutsch, Englisch und Spanisch. Weiterleiten und Weitersagen erlaubt!

Samstag, März 18, 2006

Auf dem Inka Trail nach Machu Picchu

Wer nach Cusco geht, besucht immer auch die 1911 wiederentdeckte Inka Stadt Machu Picchu. Viele Wege führen nach Machu Picchu. Der berühmteste und meistbegangene davon ist der "Camino Inca" - der alte Inkapfad von Cusco nach Machu Picchu. Der Camino darf seit 2004 nur noch in organisierten und geführten Gruppen begangen werden. Und wieder war der Gang auf eine Agentur und das Feilschen um den Preis unumgänglich. Die klassische Tour dauert 4 Tage, 3 Nächte. Sie startet auf dem Inca Trail bei KM 82 (ab Cusco gerechnet) und führt über 3 Pässe (der höchste davon 4215müM!) bis nach Machu Picchu. Die Agentur stellt dabei Campingmaterial, Essen, Guide und Porter (für Camping und Küche) zur Verfügung. Kostenpunkt vor Verhandlung USD220, nach dem Feilschen USD180 (Studenten 150).

Inca Trail Tag 1, Cusco - Huayllabamba
Wie von der Agentur angekündigt, stand ich am Freitag 9. März um 06.30 Uhr mit gepacktem Rucksack auf der Matte vor meinem Hostal. Und ich wartete; und wartete. Eine geschlagene Stunde später wurde ich dann tatsächlich abgeholt. Peruanisch pünktlich. Wer dachte, es gehe jetzt los, hat sich getäuscht. Mit dem voll besetzten Bus gings erst noch zum Depot, um das Campingmaterial und die Porter aufzuladen (meine Güte, macht man das nicht bevor man die Touris einsammelt???). Ca. 10 km vor unserem Ausgangspunkt war die Strasse unpassierbar (Erdrutsch). Unsere Guias und Porter haben den Strassenarbeitern unter die Arme gegriffen und innert 30 Minuten war die Strasse geräumt. Auf gings zu Km 82 und von dort zu Fuss auf den Camino Inca. Wwei Stunden lang durch den Urubamba Canyon und anschliessend den Berg hoch nach Huayllabamba, unserem ersten Nachtlager. Die Porter waren schon vor uns dort, haben die Zelte aufgestellt und uns The und Snacks zubereitet.

Inca Trail Tag 2, Huayllabamba – Pacaymayo
Morgens um 6 werden wir mit Cocathe von den Portern geweckt. Das erste Fühstück besteht aus Fruchtsalat, Toasts und Pancakes: einfach unglaublich! Tag zwei ist der strengste Tag des Trail. Wir steigen die unzähligen (tausende!) von Treppen des Llullucha Tal hoch - bis Warmiwañusca (4215müM). Hier sind wir bereits hundemüde. Die Porter, beladen mit Säcken bis zu 25kg (plus eigenes Gepäck), rennen förmlich den Berg hoch. Die Passhöhe eröffnet einen wunderbaren Blick über das Huayanay Massiv. Wir steigen die Treppen hinunter ins Pacaymayo Tal, wo unsere Zelte und der The für uns bereitstehen.

Inca Trail Tag 3, Pacaymayo – Wiñay Wayna
Weiter geht's über den zweiten Pass (wieder Treppen!), vorbei an den Inkaruinen Runkuracay und Sayacmarca ins Aobamba Tal. Der Camino führt weiter durch Wälder und Hügel zum dritten Pass des Trails und einer weiteren Inkaruine, Phuyupatamarca (Stadt in den Wolken). Von nun an geht's kräftig in die Knie: nochmals etwa 2 Stunden Abstieg über die steilen Inkatreppen zu den Ruinen von Wiñay Wayna. Dies ist das letzte Nachtlager. Erschöpft gönnen wir uns ein Bier und klopfen einen Jass :-)

Inca Trail Tag 4, Wiñay Wayna - Machu Picchu - Aguas Calientes
Ich kann mich nicht erinnern, wann ich zuletzt morgens um 5 Uhr für irgendetwas anstehen musste. Die Tore des letzten Checkpoint öffnen um 5.30 Uhr. Eine halbe Stunde vorher stehen die Gruppen bereits vor dem Gate (Tagwache war um 4 Uhr!). Trotz Müdigkeit und Muskelschmerzen von den vielen Treppen rennen wir förmlich dem Ziel entgegen. Auf der letzten Höhe angekommen, eröffnet sich uns der Blick von oben auf Machu Picchu - geschafft! Wir nehmen die letzten Kilometer Abstieg unter die Füsse und kommen zufrieden aber fix und fertig auf Machu Picchu an. Richard, unser Guide (ebenfalls ziemlich groggy), musste bei der anschliessenden 2-stündigen Führung durch die Inkastadt um unsere Aufmerksamkeit kämpfen. Im Anschluss gings hinunter ins Dorf "Aguas Calientes". Ich war zu stolz in den (6usd teuren) Bus zu steigen und habe die letzten 5/4 Stunden auch noch unter die Füsse genommen - 1 Stunde davon Abstieg über Treppen :-(

Ich bleibe noch eine Nacht in Aguas Calientes und gönne mir am Folgetag zwei Stunden in den heissen Quellen von Aguas Calientes. Die Anlage ist zwar nicht so toll und das Wasser riecht beissend nach Schwefel. Aber die Temparatur des Wassers ist eine Wohltat für die strapazierten Muskeln und Bänder.

Treffe in Cusco nochmals Eva und Evi, die seit Anfang Februar Abschnittsweise die gleiche Reiseroute hatten. Wir gönnen uns ein Fondue Bourguignonne und ein flambiertes Crêpe im "A la petite France", mhhh. Die beiden beginnen jetzt ihr 3-monatiges Praktikum an einer Schule mit behinderten Kindern in Cusco. Viel Erfolg dabei, ihr beiden!

Ich sage dem Altiplano und damit den kalten Nächten definitiv Tschüss. Ich steigen ins Flugzeug nach Lima. Ist zwar viermal so teuer wie der Bus. Aber nach all den Busfahrten in Bolivien und Peru könne ich mir den Luxus. 1 Stunde Flug statt 16 Stunden Bus. Welch eine Freude! Sommer, Sonne und Strand: ich komme!

Montag, März 06, 2006

Sexy Woman am Nabel der Welt

Bin in Cusco, Peru angekommen. Das Wort Cusco (Qusqu) entstammt dem Quechua (Sprache der Inka) und bedeutet "Nabel der Welt". Heute wird Cusco auch als Gringo Kapitale Perus bezeichnet. Seit der Entdeckung der Inka Ruinen "Machu Picchu" 1911 und dank einer Vielzahl weiteren Inkaruinen in und um Cusco ist die Stadt heute Touristenhochburg Nummer 1. Dies macht sich auch in den Preisen und (einmal mehr) an der Präsenz von unzähligen Tourismusagenturen bemerkbar. X schleimige Typen die auf der Stasse vor ihrer Agentur stehen und einen mit Amigo Parolen und Flyer zudecken. Sogar für mich als erprobter Vollzeit Tourist eine echte Geduldsprobe :-)
Bevor ich nach Cusco gefahren bin habe ich eine Gruppe Chilenos getroffen, die mich in Sachen Preisen gebrieft haben. Und so konnte ich überall den Insider mimen (Beim Taxifahrer "que 4 soles?? dos no más"; in der Wäscherei "te pago 3 soles por kg. sale o no?"; und in der agentur für die city & valle tour "quando me pide precios de fantasia, me voy a la agencia enfrente. el paquete vale 35, no más!"). Habe auf der Tour durch das Valle tatsächlich so einen armen Engländer getroffen, der fürs Gleiche 70 soles bezahlt hat :-/

Jeder Tourist muss zudem ein "Boleto Turistico" für 70 Soles (28 CHF) kaufen, um die Sehenswürdigkeiten in und um Cusco besuchen zu dürfen. Doch die City und Valle Tour haben sich gelohnt. Die Guides waren sehr wissend und lebendig (sie wollen sich ein gutes Trinkgeld verdienen). Ich habe eine Vielzahl von Inkastätten mit unaussprechlichem Namen in und um Cusco besucht. Unter Anderem eben SAQSAYWAMAN - nicht sexy woman :-). War sehr lehrreich. Bei jeder Ruine wurden die Touristen von einer Horde mobiler Verkäuferinnen und Verkäufer belästigt: Strickwaren aus Alpaca, Fingerpuppen, Mais mit Käse, irgendwelche geschnitzten Figuren, Pan- und sonstige Flöten etc. etc. Oder sie wollten einfach für ein Foto posieren und sich dafür bezahlen lassen. Echt anstrengend. Das Irish Pub (!) am Plaza de Armas in Cusco verkauft ein T-shirt auf dem simpel und einfach geschrieben steht: "no gracias". Doch das Ding kostet doch tatsächlich 30 Soles (12 Franken) --> no gracias!

Samstag, März 04, 2006

Eine Busfahrt, die ist lustig...

Auf dem Rückweg vom Colca Canyon hat sich wieder einmal eine unglaubliche Busgeschichte zugetragen. Der Bus von "Anda Lucia" war hoffnungslos überladen. Zwischen jeder Sitzreihe standen mindestens zwei Leute zusätzlich. Und die Passagiere haben kräftig reklamiert: "Missbrauch! Gefährlich für Alle! So darf man nicht fahren!". Den Busfahrer hat's nicht beeindruckt. Beim ersten Sicherheitsposten der Polizei auf der Strecke haben einige Leute das Fenster geöffnet und die Polizei mit den gleichen Worten zur Kontrolle aufgefordert. Doch auch die Polizei hat's nicht beeindruckt. Sie hat sämtliche Augen und Ohren geschlossen und den Bus durchgewunken. Einfach unglaublich! Freue mich direkt auf die überfüllten SBB Züge zur Rush-hour. Die sind wenigstens sicher. Und es reisen keine Hühner, Schafe und Lamas mit ;-)

Freitag, März 03, 2006

Colca Canyon: Wo sind die Condore?

In Arequipa gibt es zahlreiche Anbieter von 1-3 Tages Touren in den Colca Canyon. Habe mich einmal mehr für die Sparvariante entschieden und bin einfach in den öffentlichen Bus nach Chivay, ein Dorf am Eingang des Canyons, gestiegen.
Der Colca Canyon ist der zweittiefste Canyon der Welt (3269 m). Der tiefste liegt gleich im Tal nebenan: Cotahuasi (3501m). Die Fahrt von Arequipa in den Canyon gehört zu einem der faszinierendsten Erlebnisse auf meiner Reise. Die Strasse führt quasi 160km durch die Wüste, umgeben von den mächtigen Vulkanen. In dieser kargen Landschaft werden Alpacas gezüchtet (eine Lamaart, wird v.a. wegen der feinen Wolle gezüchtet - sein Fleisch ist auch ganz schmackhaft).
Leider wurde in Chivay Carneval gefeiert. Die ganze Nacht lang wurden in monotonem Rythmus Trommeln geschlagen und die Mädchen haben, halb in Trance vom Rythmus und vermutlich auch von Alkohol, die ganze Nacht im Kreis getanzt. Dank Ohropax konnte ich trotzdem ein paar Stunden schlafen.
Am zweiten Tag gings morgens um 7 los zum "Cruz del Condor", in der Hoffnung, einen Blick auf dieses Majestätische Tier zu ergattern. Um 9.30 kam ich am Cruz an und um 10.30 begann die warme Luft aus dem Canyon zu steigen. Doch mit der warmen Luft stiegen auch die Wolken den Canyon hoch und eine Stunde später war der Canyon bereits Wolkenverhangen. Konnte trotzdem für 10 Sekunden einem Kondor bei seinem Flug zusehen. Ich will auch Fliegen!! Wer die Kondore in Scharen von bis zu 30 Tieren durch den Canyon fliegen sehen will, muss in der Trockenzeit kommen (Juni bis September). Werde ich machen, wenn ich mal wieder nach Bolivien und Peru zurückkehre!
Ach ja: Habe vergessen zu erwähnen, dass es in Chivay eine herrliche Anlage von Aguas Calientes, heissen Quellen gibt. Habe natürlich an beiden Tagen von dem Angebot Gebrauch gemacht und so ca. 5 Stunden im heissen Wasser verbracht. Welche Wohltat bei Temparaturen zwischen 0 und 5 Grad!

Arequipa - die weisse Stadt

Arequipa im Süden Perus liegt auf angenehmen 2400müM. Umgeben ist die Stadt von den mächtigen Vulkanen Misti (5822m) und Chachani (6057m).Unweit von Arequipa liegen auch die Schluchten des Cotahuasi- und des Colca Canyon (mit bis zu 3000m Höhenunterschied die tiefsten Canyons der Welt). Arequipa wird auch "Ciudad Blanca" genannt. Einerseits weil viele der historischen Gebäude im Zentrum mit weissem Stein vulkanischen Ursprungs gebaut wurden (Sillar). Andererseits aber auch, weil der Anteil der weissen, spanisch stämmigen Bevölkerung hier am höchsten ist und es früher den dunkelhäutigen Einwohnern sogar verboten war, sich im Stadtzentrum aufzuhalten.
Ich habe die Bauten aus Sillar bestaunt und wollte "Juanita" einen Besuch abstatten. Leider ist sie derzeit in wissenschaftlichem Urlaub.

Juanita: Ein Menschenopfer der Inkas (ca. 1440 - 1450)
Juanita wurde um 1440 -1450 auf dem Berg Ampato ihrer jugendlichen Reinheit wegen geopfert. Sie wurde von den Inka Priestern mit Drogen betäubt und anschliessend erschlagen. Ihrem Grab wurden weitere Gegenstände wie Keramik, Stoffe und Goldfiguren beigegeben. Die Mumie Juanitas wurde zusammen mit anderen Mumien 1995 entdeckt und seit dann gründlich wissenschaftlich untersucht. Die Mumie sowie die weiteren Fundgegenstände sind aufgrund der Höhe des Fundortes (>5000m) erstaunlich gut erhalten. Die 1995er Expedition ist mit modernster Ausrüstung auf den Vulkan gestiegen. Und sie hatten Mühe. Die Inkas stiegen vor 500 Jahren mit Sandalen und Tüchern dort hoch!
http://www.nationalgeographic.com/inca/