maik on tour

Süd- und Mittelamerika, 18. Oktober 2005 - 01. Mai 2006

Montag, November 28, 2005

3200 + Streik = 45

Die Gleichung ist die folgende: Von Puerto Madryn bis Salta sind es ca. 3200km. Mit dem Flieger locker in einem Tag zu bewältigen. Nun ja. Die Piloten und Techniker von Aerolineas Argentina befinden sich einmal mehr in ihrem monatlichen Streik (auf unbestimmte Zeit versteht sich). Sie fordern eine Lohnerhöhung von ca. 70%... Daher ist eine kurzfristige Einigung durchaus Möglich :)
Die Alternative zum Fliegen ist die Strasse. Am Freitag um 20 Uhr habe ich mich in den Bus gesetzt und am Sonntag um 17 Uhr bin ich in Salta angekommen (inkl. 5.5h Pause in Buenos Aires). 3200 km in 45 Stunden.
Ich kann euch sagen: sowas von ausgeruht war ich in meinem Leben noch nie. 2 Tage und 2 Nächte geschlummert, die Landschaft bestaunt, in Büchern geschmökert und Filme reingezogen. Zu den Essenszeiten hat der Bus angehalten und ich musste einfach der Masse hinterherbummeln (wie im Militär :-)).
Morgen werde ich Salta und in den kommenden Tagen die Umgebung von Salta erkunden. Dabei werde ich mich in Höhen um die +/- 4000MüM begeben und die Anden Richtung Chilenische Pazifikküste überqueren. Leider ist der berühmte "Zug in die Wolken" http://de.wikipedia.org/wiki/Tren_a_las_Nubes derzeit ausser Betrieb (auf unbestimmte Zeit natürlich). Nicht etwa weil das Personal streikt. Die Lok ist futsch :-(
Ich werde auf Buse, Frachtzüge und Tanklaster ausweichen :-)) - a ver.

Bis bald mit Bildern aus Patagonien und aus den nordargentinischen Anden.
Maik

Noch mehr Pinguine

Habe heute auf meinem letzten Ausflug rund um die Peninsula Valdes die grösste kontinentale Kolonie von Magellan Pinguinen besucht. Punta Tombo (117 km südlich von Puerto Madryn) ist eines der größten Pinguin- Ressorts der Welt! Soeben ist der Nachwuchs auf die Welt gekommen und man kann die Pinguin Familien in ihren Nestern, beim Strandspaziergang und bei der Verpflegung beobachten. Einfach eindrücklich!
Die Fahrt nach Punto Tombo war ebenfalls ein Erlebnis: 2 Stunden über Schotterstrassen zu fünft in einem PW. Der PW hat leider bei der Rückfahrt auf halbem Weg den Geist aufgegeben. Ein Tourbus mit 14 französischen Pauschaltouristen hat uns aufgegabelt und nach Puerto Madryn zurückgebracht. Stellt euch vor: Die Gruppe bereist das Land (BsAs, Salta, Peninsula Valdes, Ushuaia, Bariloche, BsAs) in 14 Tagen!! (www.jettours.fr).
Bilder folgen. Der Upload streikt. Genauso wie Aerolineas Argentinas und die Taxifahrer in Puerto Madryn...

Donnerstag, November 24, 2005

Peninsula Valdes: Rendez-vous mit den Walen...

...und den Pinguinen...und den Seeloewen :-)
Letzten Sonntag, 20.11.2005 habe ich BsAs verlassen und habe ich mich mittels Fernbus in die Natur gewagt (Buenos Aires --> Puerto Madryn in 18 Stunden). Hier ist die Luft wunderbar klar und die Temparaturen bei +/- 22 Grad wunderbar angenehm - traumhaft :-)
Am Dienstag hatte ich ein Rendez-vous mit den Walen (Puerto Pirámides, Península Valdés),












am Mittwoch mit den Pinguinen und mit zwei Orkas (leider nur aus der Ferne),

und am Donnerstag (nach 40 km Mountainbike ueber Schotterstrassen bei Gegenwind) mit den Seeloewen am Punta Loma.

Morgen Freitag mache ich mich auf den Weg ueber Buenos Aires (mit dem Bus, uff) nach Salta (Flug).

Hasta luego
Maik

Sonntag, November 13, 2005

Ein Spiel auf den billigen Plätzen

Der Event
Fuimos en una partida de fútbol de "Boca Juniors" el domingo, 13 de noviembre 2005. Boca perdió desgraciadamente 0:1. Boca era el mejor equipo durante la entera partida. Pero, que peña, recibieron un goal en el 82 minuto :-(
Somit blieb der Jubel aus. Aber viel wichtiger als das Spiel selbst war das Drumherum...

Der Club
Doch erstmal ein paar Worte zu den Boca Juniors. Er ist einer der erfolgreichsten Fussballclubs in Südamerika. Hier spielten Grössen wie Diego Maradona und Gabriel Batistuta. Der Club ist ca. 15-facher argentinischer Meister (daher ca. weil seit den 90ern in Argentinien pro Jahr 2! Meisterschaften gespielt werden - kompliziert das Ganze...).

Das Stadion
Das Stadion trägt den verniedlichenden Namen "La Bombonera" (die Pralinenschachtel). Er stammt von der rechteckigen Form des Stadions. Das Stadion wurde 1940 eingeweiht. Wer dieses Stadion von aussen sieht, will es nicht betreten. Schon gar nicht mit fast 60'000 anderen Besuchern gleichzeitig. Der Beton bröckelt an allen Ecken und Enden, obschon das Stadion 1995/1996 "umfassend??" renoviert wurde. Die Gänge des 3-stöckigen Stadions sind dunkel und es riecht ein wenig streng. Der Ursprung des Geruchs ist wohl bei den fehlenden sanitären Anlagen zu suchen... Das Spielfeld ist doppelt eingezäunt und die Stehplätze hinter den Goals bestehen aus Betontreppen mit sog. "Lavinenfängern". Dies sind gelbe Abschrankungen die dem Zweck dienen, die nach vorne stürzenden Fans vor dem Zaun zu bremsen...
Sol, unsere einheimische Begleitung (die Tochter eines Hauses in dem einer meiner Kollegen wohnt...) hat uns noch darauf hingewiesen dass unsere Plätze ein wenig ungünstig liegen. Auf dem (3.) Balkon über uns sassen die Fans von Colon. Es ist anscheinend üblich, dass in Frustsituationen (falls Colon verlieren sollte), sich der eine oder andere Colon Fan über den Balkon auf die darunterliegende Etage "erleichtert". Bleibt zu hoffen, dass sie nicht allzusehr frustriert sein werden...

Antes la partida
Vor dem Spiel haben wir uns zur Stärkung einen Lomito reingezogen: Ein dickes Steak eingeklemmt in einem Weissbrot (7 pesos). Anschliessend haben wir uns nach unserem Ein- und Aufgang erkundigt und mussten trotz gut gemeintem Rat einer Sicherheitskraft nochmals eine Runde ums Stadion drehen. Naja, ich bin es mittlerweile gewöhnt, ab und zu in die falsche Richtung geschickt zu werden :-/


The Game: Boca Juniors vs. Colon Santa Fee
Einleitend dazu muss ich sagen, dass wir - mutigerweise - die billigen Plätze gewählt haben (hinter dem Goal...). Der Spass kostete 14 Pesos (ca. CHF 6.50). Trotz des unbedeutenden Spiels war das Stadion quasi ausverkauft. Beim Aufgang zu den Pläzen mussten wir an einer buchstäblichen "mierda" vorbei. Ein Rohrbruch verursachte einen kleinen stinkenden See. Ich brauche wohl kaum zu erwähnen, dass nicht nur Flüssiges aus dem gebrochen Rohr quoll (¡que asqueroso! - ekelhaft!).
Das Spiel war más o menos aburrido. Boca war die klar bessere Mannschaft aber sie wollten den Ball ins Tor tragen. Colon nutzte eine Konterchance in der 82. erfolgreich und hat anschliessend hinten zugebunkert. Finalmente eine klare Sache. Und die Boca Fans auf dem 2. Balkon sind trocken geblieben ;-))
Die Fans waren überraschenderweise sehr diszipliniert. Natürlich wurde der Gegner beschimpft und ausgepfiffen, jedoch nie die eigene Mannschaft. Ich kenne da Fans eines Klubs in der Nordwestschweiz, die sich davon ein Stück abschneiden könnten. Sogar unmittelbar nach dem Gegengoal wurde das eigene Team unermüdlich angefeuert. Chapeau!
Die Boca Fans gehören hauptsächlich zur unteren und untersten Arbeiterschicht in Buenos Aires. Aber wie im Sport so üblich muss man - wenn man sich angemessen verhält - nicht mit Provokationen rechnen. Schon gar nicht wenn man blau trägt und dieselbe Mannschaft anfeuert.
Schade, dass Boca verloren hat. Man muss ihnen wohl anrechnen, dass sie in der selben Woche den Halbfinal des Copa Sudamericana erreicht haben und, adémas, die argentinische Nati am Samstag in Genf gegen England gespielt hat. Die Mannschaft war wohl etwas geschwächt.
Alles in Allem eine gelungene Sache. Wenn Du das Geschehen rund um die Boca Juniors verfolgen willst, gehe zu http://www.bocajuniors.com.ar/.

Bis bald
Maik

Dienstag, November 08, 2005

Ein Sonntag voll frischer Luft und himmlischer Ruhe

Nach 3 Wochen Grosstadt mit permanenter Discolautstärke (ich schätze die Lautstärke eines anfahrenden colectivos (Stadtbus) auf weit über 100db) und unfreiwilligen "passivdieselns" (Katalisator und Russpartikelfilter sind hier absolute Fremdwörter) war es Zeit für eine temporäre Flucht in die Stille.

Am Sonntag (6.11.05) in der Früh bin ich mit der Fähre von BUQUEBUS nach Colonia in Uruguay gebummelt. Die Überfahrt mit dem langsamen (und daher günstigen) Service dauert 3 Stunden.
Am Ziel angekommen eröffnete sich eine Oase der Ruhe.
Die historische Altstadt ist herausgeputzt und schön restauriert. Der Rio de la Plata stinkt hier ein bisschen weniger als in Buenos Aires und wenn man die Augen schliesst und nur dem rauschen lauscht könnte man meinen, man sei am Meer :-)
Gegen Abend haben die Jungs in Uniform dann brav sämtliche Fahnen eingeholt und in eine Kiste gewurstelt (nix von schön zusammenfalten...) und die Dorfjugend hat sich am Quai zu einem Schwatz und zu literweise Mate getroffen.
Mit aufgeladenen Batterien habe ich mich am Sonntag Abend wieder ins Grosstadtleben gestürzt. Es liegen noch 3 Wochen Krach vor mir, bevor ich dann definitiv aufs Land und in die Berge Flüchte.

Dienstag, November 01, 2005

Beef, Beef, Beef

Dies ist definitiv kein Land für Vegetarier...
An praktisch jeder Ecke gibt es hier eine "Parilla".
Von den guten Stücken bis zu sämtlichen Innereien ist hier Alles zu haben. Die Beilagen begeistern in der Regel wenig. Gemüse muss gesucht werden. Ein Kürbispürré ist das höchste der Gefühle. Der gemischte Salat kommt mit viiiiel Zwiebeln. Kartoffelstock ist die am weitesten verbreitete Beilage (purre de papas).
Meine Empfehlung: Bife de Lomo (Rindsfilet). Zu haben für 5-6 Franken + Beilage.
Weniger empfehlenswert: Parillada. Eine gemischte Platte mit ein paar definierbaren und vielen undefinierbaren Stücken Fleich und Würsten (siehe Bild). Nach dem Probieren ging das Lachen in ein gequältes Grinsen über...