Tulum, Cozumel und Mexico City

Welch ein Kulturschock von Cuba ins amerikanisierte Cancun. Endlich wieder den Duft von Pommesöl in der Nase :-) und die Menschen sind an ihrem Umfang deutlich als Einwohner einer zivilisierten Überflussgesellschaft zu erkennen. Zwischen all den englisch sprechenden all-Inclusive Touristen schnappe ich mir mein Backpack und flüchte: Ins fast schon idyllische Tulum.
Am Tulum Beach miete ich zusammen mit zwei Spanierinnen und einem Italiener ein Beach Cabaña. Der ideale Ort, um Dan Brown's "Illuminati" in zwei Tagen und Nächten durchzulesen. Die Maya Ruinen lasse ich links liegen. Nach Bolivien und Peru ist mein Bedarf an Besichtigung von Überbleibsel vergangener Kulturen erstmal gestillt.
In Tulum ist es mir dann doch zu ruhig und trotz Tauschbemühungen konnte ich meinen Lesestoff nicht erneuern. Und so habe ich den Fehler begangen, auf die Insel Cozumel weiter zu reisen. Und hier waren sie, die grossen Hotelbunker. Und noch mehr all-inclusive Touristen. Und dann die Kreuzfahrttouris: Sie übertrumpften sich gegenseitig im sich-schlecht-kleiden und sinnloses-und-kitschiges-zeugkaufen-nur-weil-es-angeblich-billig-ist. Ich hatte Mitleid mit all den lieben Verwandten und Bekannten, welche diesen Ramsch bei Rückkehr als Geschenk erhalten werden. Und es womöglich - aus Höflichkeit - auch noch auf den Kamin stellen müssen. Oder zumindest in Griffnähe aufbewahren, damit sie es bei einem eventuellen Überraschungsbesuch der Schenker sofort prominent plazieren können, hihi...
Zumindest gabs auf Cozumel wieder Lesestoff und das nahe Riff (das zweitgrösste der Welt) lud zum Schnorcheln ein. Ich muss wohl kaum erwähnen, dass das Wetter traumhaft und das Wasser Kristallklar war :-)
In Mexico City habe ich mir noch ein bisschen Stadtgeschichte, Kultur und Smog reingezogen, bevor ich am 30. April in den Flieger Richung London stieg. Die Vorfreude auf die Heimat war mindestens genau so gross wie die Vorfreude auf die Fremde vor der Reise. Ich bin dankbar, dass ich von ernsthaften Krankheiten oder sonstigen Bedrohungen verschont geblieben bin.
